Neuigkeiten

November 2022

Luchs

Im September 2022 startete das neuen „RELynx-Sachsen“ – Projekt (Infoflyer) – In den kommenden Jahren soll durch Umsiedlung/Aussetzung von Eurasischen Luchsen im sächsischen Erz- und Elbsandsteingebirge eine Trittsteinpopulation geschaffen werden, um die bisher existierenden, isolierten Vorkommen in Deutschland bzw. Mitteleuropa wieder miteinander zu verbinden.

Die Projektkoordination obliegt dem Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz, das Luchs-Monitoring wird entsprechend ausgebaut und wie gewohnt weiter über die TU Dresden/Forstzoologie koordiniert. Es besteht also eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen beiden Projekten, um letztendlich das Ziel – ein günstiger Erhaltungszustand des Luchses in Deutschland – zu erreichen.

Nachtrag zu „Pako“ & „Mira“:

Erst kürzlich erhielten wir von den polnischen Kollegen die auf „Miras“ altem GPS-Sender gespeicherten Telemetriedaten. Somit kann nun ihre Wanderroute durch Sachsen genau nachvollzogen werden. Zudem konnten die Nachweise aus der Region Sächsisch-Böhmische Schweiz jetzt eindeutig „Mira“ zugeordnet werden, sie hielt sich nach ihrer Zuwanderung aus Nordosten dort ca. zwei Monate (Juli/ August 2020) auf, überquerte dann Anfang September die Elbe und wanderte zügig westwärts bis sie am 08.10.2020 die Grenze zu Thüringen erreichte. Die Luchsin nutzte dabei für ihre Wanderung v.a. das nur lückig bewaldete Erzgebirgsvorland.

„Pako“ der andere im April 2020 aus Polen zugewanderte Senderluchs wurde demnach zum letzten Mal Ende August 2020 südlich von Hoyerswerda nachgewiesen, somit hielt er sich insgesamt mindestens vier Monate im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet auf – danach verliert sich seine Spur.

September 2022

Luchs:

Leider gab es im abgeschlossenen Monitoringjahr 2021-2022 keine bestätigten Hin- oder Nachweise auf das Vorkommen von Luchsen im Freistaat, lediglich sechs unbestätigte Hinweise (C3) konnten aufgenommen werden (siehe Projektbericht 2022). Auch zu einer erneuten Einwanderung eines Luchses aus dem polnischen Wiederansiedlungsprojekt kam es im letzten Jahr offensichtlich nicht.

Wildkatze:

Auch in diesem Frühjahr konnten die beiden kleinen etablierten Wildkatzen-Populationen im Leipziger Auwald (ca. 10 Individuen) sowie im Werdauer Wald (ca. 6 Individuen) über das Lockstock- und Fotofallenmonitoring des BUND Sachsen bestätigt werden (siehe Projektbericht 2022). Zudem gab es seit Frühjahr 2021 auch aus anderen Regionen Sachsens, wie z.B. dem Tharandter Wald, der Dahlener Heide oder dem Wermsdorfer Forst ungesicherte Hinweise auf Wildkatzen (zumeist Fotofallenbilder) was auf eine natürliche Ausbreitung der Art Richtung Osten hoffen lässt.

November 2021

Luchs

Im abgeschlossenen Monitoringjahr (2020/2021) konnten im Freistaat insgesamt 20 eindeutige Luchs-Nachweise (C1) sowie 8 unbestätigte Hinweise (C3) registriert werden. Dabei wurden die C1-Nachweise mit hoher Wahrscheinlichkeit in allen Fällen durch die drei polnischen Senderluchse „Mira“, „Pako“ und „Rumcajs“ verursacht (siehe News vom März 2021). Alle drei dismigrierenden Luchse trugen zwar Halsbandsender, die Datenübertragung der GPS-Sender fiel jedoch meist kurz nach Grenzübertritt aus, so dass eine kontinuierliche Verfolgung ihrer Wanderwege nicht mehr möglich war.

Nachdem „Pako“ im Spätsommer 2020 im Nationalpark Böhmische Schweiz (Tschechien) nachgewiesen werden konnte, gab es leider keine weiteren Hinweise mehr auf seinen Verbleib. „Mira“ erhielt nach ihrer Wanderung durch Sachsen Anfang Juli 2021 in Thüringen einen neuen GPS-Sender und hält sich nach wie vor in der Region um Wilhelmsdorf (Saale-Orla-Kreis) auf. Der nach Polen zurückgewanderte Kuder „Rumcajs“ musste aufgrund einer Erkrankung im März 2021 wieder eingefangen und in ein Quarantänegehege gebracht werden.

Aktuell gibt es keine sicheren Luchsnachweise in Sachsen

Das „Fachliche Rahmenkonzept zum Erreichen eines günstigen Erhaltungszustandes des Luchses in Deutschland“ wurde endabgestimmt, der Entwurf liegt nun zur Kenntnisnahme und Kommentierung bei den zuständigen Fachbehörden der Bundesländer.

Wildkatze

Die Ergebnisse des vom BUND Landesverband Sachsen e.V. alljährlich durchgeführten Lockstock- und Fotofallenmonitorings belegen bereits seit 2016 das Vorkommen einer kleinen Wildkatzenpopulation im Leipziger Auwald (derzeit ca. 15 Individuen). Auch im Werdauer-Greizer-Wald konnten sich inzwischen mehrere Wildkatzenindividuen etablieren. In beiden Gebieten ist Reproduktion nachgewiesen.

Für die kommende Saison (Januar bis April 2022) ist erneut ein kombiniertes Lockstock- und Fotofallenmonitoring im Leipziger Auwald, in der Dahlener- und Dübener Heide sowie im Werdauer Wald geplant

März 2021

Luchs

Nachdem in den letzten Monaten bereits drei Sender-Luchse aus dem polnischen Wiederansiedlungsgebiet bei Stettin ihre Pfoten auf sächsisches Gebiet gesetzt hatten, gibt es aus diesem Jahr (2021) trotz der zeitweise guten Schneelage im Januar/Februar leider noch keine gesicherten Nachweise (C1).

Die Luchsin „Mira“, die im Juli bzw. im September 2020 in Sachsen nachgewiesen werden konnte hat sich Ende letzten Jahres nach Thüringen aufgemacht und konnte dort im Januar 2021 sogar per VHF-Sender geortet werden (GPS-Sender war ausgefallen). Auch im März gab es aus der Region um Wilhelmsdorf Hinweise auf einen Luchs, so dass inzwischen mit einer entsprechenden Ansiedlung zu rechnen ist. „Pako“ hält sich nach wie vor in Tschechien auf. Ein weiterer Kuder Namens „Rumcajs“ kehrte nach einem kurzen Sachsen-Abstecher wieder nach Polen zurück.

Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) werden derzeit in einem deutschlandweit abgestimmten fachlichen Rahmenkonzept Maßnahmen bzw. Managementempfehlungen erarbeitet, um die Luchsteilpopulationen in einen günstigen Erhaltungszustand zu bringen.

Wildkatze

Auch in diesem Jahr wird von Januar bis April wieder ein kombiniertes Lockstock- und Fotofallenmonitoring zur Wildkatze vom BUND Landesverband Sachsen e.V. durchgeführt. Die Untersuchungsgebiete liegen sowohl im Leipziger Auwald als auch im Werdauer Wald und in der Dübener Heide. Dabei kommen u.a. zehn aus Projektmittel neu angeschaffte Fotofallen zum Einsatz.

Es konnten bereits einige Fotofallenaufnahmen registriert werden.

Weitere Informationen dazu siehe: https://www.bund-sachsen.de/themen/tier-pflanze/wildkatze/

Oktober 2020

Der polnische Senderluchs „Pako“ hat sich offenbar wieder auf den Weg gemacht. Sein Sender war Mitte Mai ausgefallen, sodass man nun auf Beobachtungen angewiesen ist. Nachdem er bis zum Sommer mehrfach in der Oberlausitz nachgewiesen werden konnte, befindet er sich nach Aussagen der polnischen Kollegen nun in Tschechien. Hier konnten Anfang September entsprechende Nachweise durch Fotofallenbilder erbracht werden.

Uns erreichten Mitte September Fotos eines besenderten Luchses aus der Region südlich von Freiberg, sowie Ende September aus dem Gebiet um Hartenstein. Nun wird vermutet, dass es sich hier um die Luchsin „Mira“ handelt, die ebenfalls aus dem polnischen Wiederansiedlungsprojekt stammt. Miras GPS-Sender ist nach der regulären Laufzeit ebenfalls ausgefallen – das war im Juli dieses Jahres, die letzte Peilung lag unweit der sächsischen Grenze.

Vom Rabenberger Luchs gibt es leider nach wie vor keinen sicheren Nachweis.

Videos aus dem sächsischen Fotofallenmonitoring

Quelle: BUND-Sachsen/Sächsisches Luchs- und Wildkatzen-Monitoring

Fotos aus dem sächsischen Fotofallenmonitoring