Neuigkeiten

November 2021

Luchs

Im abgeschlossenen Monitoringjahr (2020/2021) konnten im Freistaat insgesamt 20 eindeutige Luchs-Nachweise (C1) sowie 8 unbestätigte Hinweise (C3) registriert werden. Dabei wurden die C1-Nachweise mit hoher Wahrscheinlichkeit in allen Fällen durch die drei polnischen Senderluchse „Mira“, „Pako“ und „Rumcajs“ verursacht (siehe News vom März 2021). Alle drei dismigrierenden Luchse trugen zwar Halsbandsender, die Datenübertragung der GPS-Sender fiel jedoch meist kurz nach Grenzübertritt aus, so dass eine kontinuierliche Verfolgung ihrer Wanderwege nicht mehr möglich war.

Nachdem „Pako“ im Spätsommer 2020 im Nationalpark Böhmische Schweiz (Tschechien) nachgewiesen werden konnte, gab es leider keine weiteren Hinweise mehr auf seinen Verbleib. „Mira“ erhielt nach ihrer Wanderung durch Sachsen Anfang Juli 2021 in Thüringen einen neuen GPS-Sender und hält sich nach wie vor in der Region um Wilhelmsdorf (Saale-Orla-Kreis) auf. Der nach Polen zurückgewanderte Kuder „Rumcajs“ musste aufgrund einer Erkrankung im März 2021 wieder eingefangen und in ein Quarantänegehege gebracht werden.

Aktuell gibt es keine sicheren Luchsnachweise in Sachsen

Das „Fachliche Rahmenkonzept zum Erreichen eines günstigen Erhaltungszustandes des Luchses in Deutschland“ wurde endabgestimmt, der Entwurf liegt nun zur Kenntnisnahme und Kommentierung bei den zuständigen Fachbehörden der Bundesländer.

Wildkatze

Die Ergebnisse des vom BUND Landesverband Sachsen e.V. alljährlich durchgeführten Lockstock- und Fotofallenmonitorings belegen bereits seit 2016 das Vorkommen einer kleinen Wildkatzenpopulation im Leipziger Auwald (derzeit ca. 15 Individuen). Auch im Werdauer-Greizer-Wald konnten sich inzwischen mehrere Wildkatzenindividuen etablieren. In beiden Gebieten ist Reproduktion nachgewiesen.

Für die kommende Saison (Januar bis April 2022) ist erneut ein kombiniertes Lockstock- und Fotofallenmonitoring im Leipziger Auwald, in der Dahlener- und Dübener Heide sowie im Werdauer Wald geplant

März 2021

Luchs

Nachdem in den letzten Monaten bereits drei Sender-Luchse aus dem polnischen Wiederansiedlungsgebiet bei Stettin ihre Pfoten auf sächsisches Gebiet gesetzt hatten, gibt es aus diesem Jahr (2021) trotz der zeitweise guten Schneelage im Januar/Februar leider noch keine gesicherten Nachweise (C1).

Die Luchsin „Mira“, die im Juli bzw. im September 2020 in Sachsen nachgewiesen werden konnte hat sich Ende letzten Jahres nach Thüringen aufgemacht und konnte dort im Januar 2021 sogar per VHF-Sender geortet werden (GPS-Sender war ausgefallen). Auch im März gab es aus der Region um Wilhelmsdorf Hinweise auf einen Luchs, so dass inzwischen mit einer entsprechenden Ansiedlung zu rechnen ist. „Pako“ hält sich nach wie vor in Tschechien auf. Ein weiterer Kuder Namens „Rumcajs“ kehrte nach einem kurzen Sachsen-Abstecher wieder nach Polen zurück.

Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) werden derzeit in einem deutschlandweit abgestimmten fachlichen Rahmenkonzept Maßnahmen bzw. Managementempfehlungen erarbeitet, um die Luchsteilpopulationen in einen günstigen Erhaltungszustand zu bringen.

Wildkatze

Auch in diesem Jahr wird von Januar bis April wieder ein kombiniertes Lockstock- und Fotofallenmonitoring zur Wildkatze vom BUND Landesverband Sachsen e.V. durchgeführt. Die Untersuchungsgebiete liegen sowohl im Leipziger Auwald als auch im Werdauer Wald und in der Dübener Heide. Dabei kommen u.a. zehn aus Projektmittel neu angeschaffte Fotofallen zum Einsatz.

Es konnten bereits einige Fotofallenaufnahmen registriert werden.

Weitere Informationen dazu siehe: https://www.bund-sachsen.de/themen/tier-pflanze/wildkatze/

Oktober 2020

Der polnische Senderluchs „Pako“ hat sich offenbar wieder auf den Weg gemacht. Sein Sender war Mitte Mai ausgefallen, sodass man nun auf Beobachtungen angewiesen ist. Nachdem er bis zum Sommer mehrfach in der Oberlausitz nachgewiesen werden konnte, befindet er sich nach Aussagen der polnischen Kollegen nun in Tschechien. Hier konnten Anfang September entsprechende Nachweise durch Fotofallenbilder erbracht werden.

Uns erreichten Mitte September Fotos eines besenderten Luchses aus der Region südlich von Freiberg, sowie Ende September aus dem Gebiet um Hartenstein. Nun wird vermutet, dass es sich hier um die Luchsin „Mira“ handelt, die ebenfalls aus dem polnischen Wiederansiedlungsprojekt stammt. Miras GPS-Sender ist nach der regulären Laufzeit ebenfalls ausgefallen – das war im Juli dieses Jahres, die letzte Peilung lag unweit der sächsischen Grenze.

Vom Rabenberger Luchs gibt es leider nach wie vor keinen sicheren Nachweis.

Juni 2020

Seit Oktober 2019 gab es leider keinen sicheren Nachweis (z. B. Fotofallenaufnahmen) des etablierten Luchskuders am Rabenberg, im Januar 2020 konnten allerdings Trittsiegel und im April 2020 eine plausible Luchs-Beobachtung aus der Region registriert werden. Wir hoffen sehr „Fidelius“ ist noch im Gebiet und lässt sich mal wieder ablichten.

Dafür hat ein besenderter männlicher Luchs aus Polen (Wiederansiedlungsprojekt bei Stettin) den Weg nach Sachsen gefunden. „Pako“ der Senderluchs konnte vom 19.4. bis 14.05.2020 in der Oberlausitz nachgewiesen werden, dann gab es technische Probleme, so dass sein momentaner genauer Aufenthalt unklar ist. Es gibt aber immer wieder Hinweise aus der Region um Königswartha.

Im abgeschlossenen Monitoringjahr 2019-2020 wurden in Sachsen fünf C1 Nachweise („Pako“ ausgenommen) und neun C3 Hinweise auf Luchse aufgenommen, aufgrund der seltenen Schneelage konnten im Winter leider keine Luchsspuren dokumentiert werden.

Inzwischen sind die acht durch das LfULG neu angeschafften Fotofallen im Freiland, die Einsatzgebiete liegen in der Sächsischen Schweiz, im Erzgebirgskreis, im Vogtlandkreis sowie im Werdauer Wald.

Oktober 2019

Neben den regelmäßigen Fotofallen-Nachweißen des Luchskuders am Rabenberg, erreichte uns kürzlich auch das Foto eines tschechischen Jagdgastes – er konnte Ende September einen Luchs im Waldgebiet südwestlich vom Fichtelberg (Božídarské rašeliniště) fotografieren. Vermutlich handelt es sich dabei um „unser“ Männchen.

Im Monitoringjahr 2018-2019 (01.05.2018 bis 30.04.2019) wurden insgesamt 13 Fotobelege (C1) aus dem Verbreitungsgebiet des dort etablierten Luchses im Westerzgebirge aufgenommen. Weiterhin konnte eine Luchsspur im Vogtland dokumentiert werden (C2) und es wurden zehn unbestätigte Hinweise (C3) registriert, diese stammen v.a. aus dem Revier Eibenstock, der Region südlich von Chemnitz, der Sächsischen Schweiz, sowie aus der Nähe von Hoyerswerda.

Mai 2019

Nachdem am Rabenberger Felsenstandort die Fotofalle wieder installiert wurde, konnte das Luchsmännchen „Fidelius“ auch im Dezember 2018, sowie im Januar, Februar und März diesen Jahres in seinem angestammten Revier nachgewiesen werden. Zudem wurden im Januar 2019 Luchs-
Spuren aus der hinteren Sächsischen Schweiz gemeldet. Leider gab es trotz eines Zeitungsartikels zum Spurenfund (SZ – Pirnaer Zeitung vom 11. März) bisher keine weiteren Hinweise aus dieser Region.

Die sechs Ende letzten Jahres durch das LfULG neu angeschafften Fotofallen kommen inzwischen im Werdauer Wald, im oberen Vogtland, am Rabenberg, sowie im Landkreis Meisen zum Einsatz. Am 13.03.2019 wurde das Sächsische Luchsmonitoring im Chinesischen Pavillon im Rahmen des Bürgerforums „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ interessierten Dresdner Bürgern vorgestellt.

Videos aus dem sächsischen Fotofallenmonitoring

Quelle: BUND-Sachsen/Sächsisches Luchs- und Wildkatzen-Monitoring

Fotos aus dem sächsischen Fotofallenmonitoring