Monitoring
Um den Berichtspflichten über den Erhaltungszustand des Luchses als Art der FFH-Richtlinie (Anhang II und IV) gegenüber der EU-Kommission nachkommen zu können, ist eine dauerhafte Datenerhebung zu Verbreitung und Arealnutzung der sächsischen Luchse realisiert. Auch für die Evaluierung von Managementmaßnahmen und die Öffentlichkeitsarbeit ist solch ein koordiniertes Monitoring unentbehrlich.
In das seit dem Jahr 2008 etablierte passive Luchs-Monitoring sind vor allem Förster, Jäger, Biologen und Naturschutzmitarbeiter eingebunden. Bisher wurden etwa 90 „Erfasser“ in Sachsen geschult, die zufällig gefundene Hinweise auf die Tierart wie Spuren, Losungen aber auch Sichtbeobachtungen aufnehmen und an die Koordinatoren (Forstzoologie) weiterleiten. Außerdem dienen Sie der Bevölkerung als Ansprechpartner in Sachen Luchs. Unter den Luchs-Erfassern gibt es speziell ausgebildete Gutachter für Wildtierrisse, Nutztierrisse müssen an die Fachstelle Wolf beim LfULG gemeldet werden.
Für das seit dem Winter 2009/2010 laufende aktive Fotofallen-Monitoring wurden damals mehrere über Südsachsen verteilte Einsatzgebiete ausgewählt. Die Betreuung der durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie oder aus Mitteln der Jagdabgabe finanzierten Fotofallen, d.h. Wechsel und Auslesen der Speicherkarten sowie Batteriewechsel, wird dankenswerter Weise von jeweils ortskundigen Luchs-Erfassern übernommen. Derzeit sind insgesamt 60 Infrarot-Kameras verschiedener Typen im Einsatz.
Mit der Wiederansiedlung des Luchses im Erzgebirge gewinnt das systematische Fotofallenmonitoring künftig an Bedeutung. Derzeit ist der Einsatz von 20 Weißblitz-Kameras in einem standardisierten Raster (EU-Rasterzellen) in der Testphase. Diese Methodik wird v.a. eingesetzt, um die Tiere anhand ihres individuellen Fleckenmusters eindeutig identifizieren zu können. Diese durch automatisierte Bildauswertung ergänzte Datenerhebung ermöglicht es zukünftig, mithilfe der Fang-Wiederfang-Methode verlässliche Aussagen zu Bestandsdichte und Ausbreitung der Population treffen zu können. Auch das Abspüren gehört zu den Methoden des aktiven Monitorings und wird v.a. im Winter bei günstiger Schneelage durchgeführt.
Alle Nach- oder Hinweise auf den Luchs in Sachsen werden an der Professur für Forstzoologie per Erfassungsformular, Fundpunktkarte und/oder Fotobeleg dokumentiert und in eine Luchsdatenbank eingepflegt, die mit der zentralen Artdatenbank Sachsens (MultiBaseCS) verknüpft ist.
Die Monitoringberichte aus den letzten Jahren können hier heruntergeladen werden.
Kontakt
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Dr. Jana Zschille
Technische Universität Dresden
Institut für Forstbotanik und Forstzoologie
Professur für Forstzoologie
Pienner Straße 7 (Cotta-Bau)
D-01737 Tharandt
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E-Mail: jana.zschille@tu-dresden.de
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