Die Europäische Wildkatze

Wildkatzenachweise in Sachsen; Quelle: Zentrale Artdatenbank Sachen, LfULG, Stand 30.03.2018

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris, Schreber 1777) teilt mit dem Luchs ein ähnliches Schicksal. Beide Arten wurden im Laufe der letzten Jahrhunderte bedingt durch zunehmende Waldrodungen und damit einhergehendem Lebensraumverlust sowie direkte Verfolgung auf stark zersplitterte Restareale in den bewaldeten Mittelgebirgen zurückgedrängt. Während der Luchs in Zentraleuropa bis auf die autochthone Population in den Karpaten vollständig ausstarb, überlebte die Wildkatze hier in kleinen inselartigen Rückzugsgebieten, u.a. im Harz, in der Eifel und im Pfälzer Wald.

In Sachsen allerdings galt die Art über 100 Jahre lang als ausgestorben. Erste ungesicherte Hinweise wurden in den 1980er Jahren registriert, v. a. aus der Gohrischheide und dem Vogtland nahe der thüringischen Grenze. Sichere Nachweise des Vorkommens von Wildkatzen auf sächsischem Gebiet konnten seit 2009 v. a. über genetische Analysen von Haaren (Lockstockmonitoring) aber auch durch Verkehrsopfer erbracht werden. Diese Nachweise stammen, wie in der Abbildung verdeutlicht, v. a. aus dem Südwesten, sowie seit 2015 vermehrt aus dem Nordwesten Sachsens (BUND Landesverband Sachsen 2017).

Auch die Wildkatze unterliegt der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie (Anhänge II und IV; 92/43/EWG). Damit muss, ebenso wie beim Luchs, der EU-Kommission regelmäßig über Vorkommen und Erhaltungszustand der jeweiligen Populationen berichtet werden. So wurden im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) seit 2013 auch für diese wiederkehrende Art entsprechende Strukturen für ein effizientes Monitoring in Sachsen entwickelt. Das bereits etablierte Luchs-Monitoringsystem konnte in enger Kooperation mit dem BUND Landesverband Sachsen e.V. (www.bund-sachsen.de) sowohl personell erweitert, als auch inhaltlich ergänzt werden. Unterstützt wird das Projekt durch die Oberste Forst- und Jagdbehörde des Freistaates sowie den Landesjagdverband Sachsen e. V..  (Sächsisches Wildmonitoring – www.wildmonitoring.de/wildmonitoring)

Somit ist auch für die Europäische Wildkatze eine dauerhafte Datenerhebung zu Verbreitung und Abundanz in Sachsen realisiert und es können Synergieeffekte u. a. beim Lockstock- und Fotofallenmonitoring genutzt werden.

Literatur

BUND Landesverband Sachsen (2017): Lockstockuntersuchungen für die Wildkatze im Leipziger Auwald und der Dübener Heide 2017, Bericht.

 

© Fotos: Almut Gaisbauer (BUND Sachsen / Sächsisches Wildtiermonitoring der Jäger)

Kontakt

Hier erreichen Sie uns

Dr. Jana Zschille
Technische Universität Dresden
Institut für Forstbotanik und Forstzoologie
Professur für Forstzoologie
Pienner Straße 7 (Cotta-Bau)
D-01737 Tharandt

Telefon: 0351-463-31351
Telefax: 0351-463-31317
E-Mail: jana.zschille@tu-dresden.de
Internet: www.tu-dresden.de/forst/zoologie

Oder schreiben Sie uns eine Nachricht