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Nachweismöglichkeiten

 

Beobachtungen

 

  • auffällige Ohrpinsel (ca. 4 cm lang)
  • ausgeprägter Backenbart
  • kurzer Schwanz (20-25 cm) mit schwarzer Spitze
  • etwa Schäferhundgroß, wirkt aber hochbeiniger
  • rötlich braune bis graue Färbung mit unterschiedlich stark ausgeprägter Fleckung

 

© N. Stier

 

Spuren

  • rundliche Trittsiegel mit 5-9 cm Durchmesser (Vorderpfoten etwas größer als Hinterpfoten)
  • die beiden vorderen Ballen der Hinterpfoten sind (im Gegensatz zu Wolf oder Hund) häufig leicht zueinander versetzt
  • die Schrittlänge (Abstand zwischen jedem zweiten Pfotenabdruck) variiert je nach Gangart von 0,8 m im Schritt über 1-1,4 m im Trab bis zu 7 m bei weiten Sprüngen.
  • vier Zehen mit einziehbaren Krallen, diese sind daher beim Abdruck meist nicht zu sehen, nur im steilen Gelände sind manchmal feine, scharfe Krallenmarken sichtbar
  • es besteht dennoch die Gefahr der Verwechslung, vor allem mit Hunden ähnlicher Größe
  • Luchse laufen gern auf liegenden oder schrägen Baumstämmen, Felssimsen oder Steinmauern, typisch sind auch weite Sprünge vor allem vertikal

 

© M. Götz

 

Losung

 

  • wird häufig in der Nähe von Rissen oder entlang von Wegen und Wechseln abgesetzt
  • der Kot besteht aus mehreren Einzelstücken, ist meist dunkel und riecht nach Raubkatze
  • meist bis 2,5 cm dick und 3-12 cm lang, walzenförmig mit rundem oder spitzem Ende
  • definitive Artzuordnung kann nur durch DNA-Analyse erfolgen
  • bei weichem Boden, Laub oder Schnee werden die Exkremente verscharrt
  • auffällige Objekte wie z.B. Wurzelteller werden gezielt mit Urin markiert, dabei drehen beide Geschlechter ihr Hinterteil zum Objekt hin


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© M. Götz

 

 

Rissmerkmale

  • der Luchs ist ein Ansitz und Überraschungsjäger, die Beute wird durch einen gezielten Biss in die Drossel oder seltener in den Nacken getötet

  • an diesen Stellen sind meist wenige tiefe, mittelgroße, nicht ausgefranste Löcher sichtbar

  • die Distanz der Eckzähne beträgt 30-34 mm

  • beim Abschärfen der Decke treten nur im Bereich der Drossel Unterhautblutungen auf

  • meist weist das Beutetier am restlichen Körper keine weiteren Bissverletzungen oder größere Unterhautblutungen auf

  • Krallenspuren, falls vorhanden, sind tief und gehen bis ins Fleisch

  • ein guter Hinweis auf einen Luchsriss ist das Verblenden mit Laub, Gras, Schnee, Moos oder Ästen

  • wenn er nicht gestört wird kehrt der Luchs immer wieder zu seinem Riss zurück, häufig werden zuerst die Keulen seltener die Schultern angeschnitten

  • ein ausgewachsenes Reh wird innerhalb von vier bis sechs Tagen gefressen, wobei der Luchs vor allem in der Dämmerung und nachts zum Fressen kommt

  • der Bauchraum bleibt zu Beginn noch geschlossen, im Gegensatz zu hundeartigen Beutegreifern öffnet der Luchs den Bauchraum nicht sofort

  • bei vollständiger Nutzung ist bis auf große Knochen, Haupt, Decke und Verdauungstrakt alles aufgefressen, das Skelett bleibt zusammenhängend erhalten, die Decke wird im Verlauf der Nutzung umgestülpt

 

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© M. Götz

 

Lautäußerungen

  • Luchse sind sehr selten zu hören, meist rufen sie nachts, mindestens 10 verschiedene Lautäußerungen sind bekannt: Murren, Maunzen, Fauchen als Drohlaut, Schnauben, Knurren, Brüllen, Schnurren, Bellen
  • diese Laute haben bestimmte Funktionen der Verständigung z.B. Stimmfühlung, sozialer Kontakt, innerartliche Aggression, Fütterung, Fortpflanzung
  • besonders während der Ranzzeit in den Monaten Februar bis April kann man die kehlig-heiseren Rufe hören. Es ertönen meist mehrere, oft wiederholte Sequenzen von drei bis vier Einzelrufen.
  • Beispiele für typische Lautäußerungen finden Sie auch auf der Homepage des Luchsprojektes im Bayrischen Wald.

 

 

 

 

 

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Internationale und nationale Schutzkategorien

 

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Beobachtung, Spuren, Losung, Lautäußerungen

 

8Verbreitung »

Vorkommen in Deutschland und Europa

 

8Literatur »

Hilfreiche Fachliteratur

 

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